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Duftnoten-Lexikon · Heu
Duftnoten-Lexikon
Heu
Heu ist die einzige Note dieses Lexikons, die keine Pflanze ist, sondern ein Vorgang: Frisch gemähtes Gras riecht grün — erst beim Trocknen entsteht der warme, süße Duft, den jeder vom Sommer kennt. Der Grund ist Cumarin, das beim Welken frei wird, derselbe Stoff, der auch die Tonkabohne prägt. Bei Wyld Notes steht Heu laut offizieller Pyramide im Herzen von Rugged Wilderness.

Die „Pflanze"
Hinter der Heunote steht keine einzelne Art, sondern die getrocknete Wiese — in der Parfümerie oft vertreten durch das Ruchgras, ein besonders cumarinreiches Süßgras, das dem Heu seinen Duft maßgeblich mitgibt. Die klassische Themenlinie der Parfümgeschichte heißt „Foin coupé", geschnittenes Heu — ein Motiv, das seit über hundert Jahren immer wieder neu komponiert wird.
Vom Feld in den Flakon
Für den Flakon wird Heu extrahiert: Aus getrocknetem Wiesenheu oder Ruchgras entsteht ein Absolue, dickflüssig und intensiv nach warmem Sommer. Alternativ bauen Parfümeriehäuser die Note als Akkord um Cumarin herum. Welche Form Wyld Notes verwendet, nennt die Produktseite nicht — das sagen wir offen, statt es zu raten. Sicher ist die Richtung: die trockene, süße Wärme der gelagerten Wiese.
So riecht Heu
Fachlich beschrieben: warm und trocken im Kern, süß ohne Frucht, mit Facetten von Gras, Tabak und Mandel und einer leisen, pudrigen Rundung im Ausklang. Heu ist Landschaft als Note — es riecht nicht nach einer Blüte, sondern nach einem Ort und einer Jahreszeit. Im Duftaufbau bringt es genau diese Fläche mit: Wärme, die nicht nach Gewürz schmeckt.
Die Rolle in der Pyramide
Sein Cumarin macht Heu haltbarer als Kräuter- und Zitrusnoten — die Note trägt Herz und Basis. Bei Rugged Wilderness steht sie laut offizieller Pyramide im Herzen, neben Muskatellersalbei: Kraut und Wiese, aufeinandergelegt. Darunter antwortet die Basis mit Benzoe und Patchouli — die süße Wärme des Heus findet dort ihren harzigen Grund.
In diesen Wyld-Notes-Düften
- Rugged Wilderness — offiziell in der Herznote
Womit die Note harmoniert
Mit Muskatellersalbei (der Rugged-Wilderness-Nachbar mit eigener Heu-Facette), mit Tonka — die Cumarin-Verwandtschaft — und mit Lavendel, die klassische Fougère-Nachbarschaft.
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