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Duftnoten-Lexikon · Tonkabohne

Duftnoten-Lexikon

Tonkabohne

Die Tonkabohne ist der Verwandlungskünstler unter den Basisnoten: Sie riecht nach Vanille, ohne Vanille zu sein, nach frischem Heu, nach Mandel und ein bisschen nach Waldmeister — alles zugleich. Der Grund ist ein einziges Molekül: Cumarin, der Stoff, der auch Waldmeister duften lässt. Bei Wyld Notes liegt Tonka gleich in mehreren Basen — bei Black Book neben Weihrauch, bei Sweet Decadence neben Vanille.

Dipteryx odorata

Schwarze, runzlige Tonkabohnen auf dunklem Teller, eine Bohne aufgebrochen, daneben Heuhalme

Die Pflanze

Tonkabohnen sind die Samen eines südamerikanischen Urwaldbaums, beheimatet vor allem in Venezuela und Brasilien. Nach der Ernte werden die schwarzen, runzligen Bohnen getrocknet — dabei bildet sich an manchen ein feiner, weißer Reif: auskristallisiertes Cumarin, der Duftstoff in Reinform. Eine einzelne Bohne kann mehrere Prozent davon enthalten — ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Naturrohstoff.

Vom Feld in den Flakon

Tonka wird nicht wasserdampfdestilliert wie ein Kraut, sondern extrahiert: Lösungsmittel oder Alkohol holen die Duftstoffe aus den zerkleinerten Bohnen, übrig bleibt ein zähes Absolue mit dem vollen, warmen Charakter der Bohne. Cumarin selbst schrieb nebenbei Parfümgeschichte: Es war einer der ersten Duftstoffe, die je synthetisch hergestellt wurden, und begründete Ende des 19. Jahrhunderts die Fougère-Familie — die Naturparfümerie geht heute den umgekehrten Weg zurück zur Bohne.

So riecht die Tonkabohne

Fachlich beschrieben: warm und süß im Kern, aber nicht cremig wie Vanille — trockener, heuartiger, mit Facetten von Bittermandel, Tabak und eben Waldmeister. Diese Doppelnatur macht Tonka so brauchbar: Sie kann eine Gourmand-Basis versüßen und zugleich einer würzigen Komposition Wärme geben, ohne sie ins Dessert zu kippen.

Die Rolle in der Pyramide

Tonka ist eine Basisnote und ein Klassiker unter den natürlichen Fixateuren: Cumarin verdunstet langsam und trägt lange. Bei Wyld Notes zeigt die Bohne beide Gesichter — in Sweet Decadence verstärkt sie neben Madagaskar-Vanille die süße Lesart, in Black Book steht sie neben Olibanum und macht aus Gewürz und Harz einen warmen Ausklang.

In diesen Wyld-Notes-Düften

Womit die Note harmoniert

Mit Vanille (die süße Verstärkung, wie in Sweet Decadence), mit Weihrauch und Gewürzen (die warme, trockene Lesart, wie in Black Book) — und mit Lavendel, die klassische Fougère-Paarung.

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